AstraZeneca – Weg vom Netz

Die Sparwelle hat die Pharmaindustrie erfasst, zumindest im Bereich Internetpräsenz. Die Ampel stehen hier seit 2 Jahren auf rot, fast griechische Verhältnisse, denn es regiert der Sparkommissar. Dem spitzen Rechenstift fallen zahlreiche Websites zum Opfer. Ein Beispiel unter vielen ist AstraZeneca.Dort gibt es seit mehreren Jahren einen klaren Trend: Abbau des Angebotes an Websites und Inhalten. Bereits 2014 wurden 10 Themensites vom Netz genommen, u.a. www.mammakarzinom-info.de und www.byetta.de. Damit steht AstraZeneca aber nicht allein, sondern gehört zum mittlerweilen grossen Kreis der Pharmaanbieter, die ihren Aktivitäten zurückbauen.

Wie bereits mehrfach berichtet hält sich seit 2012 Jahren die Zahl der Zugänge und Abgänge an Websites die Waage, siehe hierzu die Grafik aus dem monatlichen Report Modul 2 Update Websites des Services Monitoring Indikationen von Consert vom November 2016. Von 282 Veränderungen an Websites bei Rx-Unternehmen waren 2015 138 Zugänge und 144 Abgänge zu verzeichnen. 2016 sind die Zahlen mit 90 Zugängen und 110 Abgängen noch negativer. Positiv entwickelt sich das Verhältnis hingegen bei den OTC-Anbietern.

Websites Zu-Abgänge 2012-16

Bei AstraZeneca kommt allerdings dieser Abbau von Sites organisatorisch etwas holbrig voran und ist deshalb mit vielen Problemen auf Seiten der Nutzer verbunden. Ein aktuelles Beispiel aus dem Themenbereich Psychischen Störungen. Auf der Seite Bipolare Störungen wird als Link Schattenkampf.de angeboten. Aber diese Themenseite ist nicht mehr verfügbar, man landet stattdessen auf der Startseite der Homepage, die Suche zu Inhalten zum Thema beginnt von vorn.
Dafür gibt es keine Hinweise bzw. Link zur Themenseite www.psychose.de des Anbieters Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die von AstraZeneca unterstützt wird, obwohl unter Quellen auch andere externe Sites aufgeführt werden.

AstraZeneca Homepage – Therapiegebiete/Bipolare Störungen

Für die Fachkreise sieht es nicht besser aus. Hier wurde das Angebot noch radikaler gekürzt. Das erst vor einem guten Jahr eingerichtete Portal MedWissAZ.de bot umfangreiche Fach- und Gebrauchsinformationen in einer Mediathek an. Neben dem Bereich Wirkstoffen / Produkten waren auch Informationen zu Kongressen, Publikationen, Leitlinien und Studien vorhanden. Dieses Portal ist nun nicht mehr verfügbar, im Fachbereich auf der Homepage werden nur noch die unbedingt notwendigen Informationen zu den Produkten angeboten, pro Präparat als PDF-Datei. Weniger Informationen bietet kein bedeutender Anbieter an.

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