STADA – Tod im Netz und würdevolle Beerdigung

Gleich vorneweg, man lebt nicht ewig, das gilt auch für Websites. Aber wenn die Seiten vom Netz genommen werden ist eine Beerdigung zweiter Klasse oft noch Luxus. Meist reicht es nicht einmal für ein Armengrab. dann erscheinen die bekannten Fehlermeldungen.

In den meisten Fällen erfolgt eine „Schadensregulierung“ durch die Weiterleitung an bestehende Sites, zum Beispiel bei Astrazeneca für ihre bisherige Präsenz www.medwissaz.de auf ww.astrazeneca.de/willkommen. Eine Kommentierung oder Hinweis auf die Einstellung der eingegebenen Adresse erfolgt dabei aber allerdings nicht.

        

So gesehen ist die Vorgehensweise von STADA bei einen Weggang vom Netz Luxus und deshalb fast ein Staatsbegräbnis. Der Besucher wird auf die Einstellung des Dienstes hingewiesen und für seinen bisheriger Besuch bedankt.

STADA Zentrum-Uro

Der Tod bzw. Abgang im Netz ist keine Seltenheit. Wurden 2011 gerade 98 und  2012 nur 143 Websites vom Netz genommen bzw. von einem Pharmaunternehmen abgegeben, waren es 2013 bereits 235 und 2014 noch 210 Sites. Seit 2013 ist das Verhältnis von neu hinzugekommenen und abgehenden Websites fast ausgeglichen. Ein bedeutender Zuwachs wie in den letzten zehn Jahren vor 2011 ist nicht mehr vorhanden.

Die Informationen über Neuzugänge ist bei den Anbietern aber sehr unterschiedlich gestaltet und oft wird der Nutzer nur sehr unzureichend darüber im Bild gesetzt. Bei den Abgängen hingegen ist meistens Stillschweigen das gängige PR-Verhalten. Der Wert einer Online-Präsenz wird aber auch dadurch dokumentiert, wie man das Ableben begleitet. Die reale Welt ist hier der virtuellen um einiges voraus, denn das Sterben eines Produktes oder Unternehmen, als Stillegung, Insolvenz oder Produkteinstellung definiert, wird hier dem Kunden noch vermittelt. Ob durch dem betreffenden Unternehmen oder den Medien oder weiteren Quellen. Das Sterben im Netz ist hingegen ein Todschweigen.

Submit comment

Allowed HTML tags: <a href="http://google.com">google</a> <strong>bold</strong> <em>emphasized</em> <code>code</code> <blockquote>
quote
</blockquote>