Astrazeneca und Co. – Neue Smartphonewelt: Bilder hui – Texte pfui

Eine Infektionswelle rauscht durch Deutschland, nein nicht die aktuelle, gefährliche Grippewelle, sondern das Smartphone-Bilderfieber im Internet. Im Mittelpunkt stehen die Nutzer von IPad, IPhone und Smartphone und deren (begrenzte) Sehmöglichkeiten.

Unter der Flagge Responsive Design und Mobile Design ist die Textlastigkeit früherer Webwelten nun passe, aber muss das Pendel gleich in das andere Extrem ausschlagen. Bei AstraZeneca wird in Zeichen von Instagram und Pinterest der Bilderwelt nun die höchste Priorität eingeräumt. Klar ein Wörterbuch oder ausführliche Erläuterungen braucht heute niemand mehr und kann es auf dem Smartphone auch nicht mit Genuss abrufen.

Aber zum Krankheitsbild Lupus sind 1 Zeile dürrer Worte einfach nicht hilfreich (Lupus greift gesundes Gewebe im Körper an, einschließlich Haut, Gelenke, Gehirn und Blutgefäße). Das wars. Ende.

Schöne neue Smartphonewelt. Die Layoutgestaltung nun sehr übersichtlich, die Inhalte aber noch übersichtlicher.

Bei den Informationen für die Fachkreise das selbe Bild: Reduzierung auf der niedrigsten Stufe. Im Grunde werden pro Präparate ein PDF-Datenblatt zur Verfügung gestellt. Leserfreundlich wie die Beipackzettel für Medikamente für die Patienten. Allerdings hat sich Astrazeneca auch hier was Besonderes ausgedacht. Nämlich vor der Verwendung und dem Lesen dieser Fachinfo noch zu warnen. Mit dem irreführenden Fehlerhinweis „Sie haben einen Link ausgewählt, der auf eine nicht von AstraZeneca betriebene Webseite führt“. Alles klar. Die wichtigste Fachinfo zu den Medikamenten gehört nicht zu Astrazeneca und soll deshalb nicht aufgesucht werden. Im Fußball wird man diesen Hinweis als Eigentor werten, bei AstraZeneca als juristische Glanzleistung.

AstraZeneca warnt vor eigenen Fachinformationen

Nachtrag:

Auch Baxter geht in die selbe Richtung. Für die meisten Indikationen im Abschnitt Produkte & Therapiebereiche gibt es nur noch wenige Sätze, viele Krankheitsbilder wurden gar nicht mehr erwähnt. Und auch für Ärzte ist kein eigener Bereich mehr vorhanden. Es wird nur noch auf die Produkte verwiesen.

neue Homepage von Baxter zur Schmerztherapie

Der Krankheits- und Medikamentenbereich ist erklärungsbedürtig. Es werden schließlich keine Semmel oder Hautcremes verkauft. Ein paar schöne Worte und nette Bilder sind hier für die Nutzer zu wenig.

Aber diese Entwicklung bietet auch eine Chance. Nun können sich Unternehmen, die für eine umfassende Information der Patienten und Ärzte stehen, sich abheben und haben ihr Alleinstellungsmerkmal kompetente Information in der kommenden Infowüste.

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